3. Februar 2017 Doreen Amberg

Demokraten Hand in Hand für Demokratie und Humanismus

Wir zeigen Gesicht gegen diese Gefahr für unsere Demokratie und werden dies auch in Zukunft tun. Bei diesem Thema waren sich CDU, SPD und DIE LINKE heute Abend einig!

Den BürgerInnen in Kahla bot sich am 03. Februar ein ungewohntes Bild. Auf dem Markt, vor dem Rathaus, standen VertreterInnen der CDU, SPD und der LINKE. Gemeinsam für eine Sache. Der Anlass dafür war jedoch ein unschöner. Die sogenannte Alternative für Deutschland führte an diesem Tag einen Bürgerdialog im Rathaus durch, um ihr Parteiprogramm zu propagieren und Strukturen im ländlichen Raum anzuwerben. 

Doch spätestens seit den Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden der Thüringer AfD, Björn Höcke, wissen wir: Die AfD verachtet alles, was nicht in ihr Weltbild passt. Höcke und seine Jünger relativieren den Holocaust, verkünden rassistische Thesen und verwenden die Propagandasprache der Nationalsozialisten der 1930er Jahre. Die AfD ist eine Partei, die unsozial, frauenfeindlich, rassistisch und verfassungsfeindlich agiert. 

Kurz nach Veröffentlichung des Termins in Kahla durch die AfD konstituierte sich rund ein Zusammenschluss mehrerer Einzelpersonen aus CDU, SPD und LINKE., der für den 03. Februar eine Informationskundgebung anmeldete. Ziel er Kundgebung war es mit Informationen aufzuklären, was die AfD wirklich will und die Veranstaltung der AfD so nicht unkommentiert im öffentlichen Raum zu lassen. Auch der linke Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert und der linke Landtagsabgeordnete Ralf Kalich nahmen an der Vernstaltung teil. Verschiedene TeilnehmerInnen nahmen die Möglichkeit wahr, um zu den Anwesenden zu sprechen. Die gemeinsame Verantwortung sich als Demokraten aktiv mit den Anti-Demokraten der AfD auseinander zu setzen einte alle Redner. Dr. Peer Kösling machte als Stadthistoriker auf die 1930er Jahre der Stadt aufmerksam, an dem fast ohne Eiderstand die NSDAP stark werden konnte und an deren Ende die fast vollständige Vernichtung der Kahlaer Juden und die Ausschaltung jeglicher Andersdenkender stand.

Für alle TeilnehmerInnen unserer Kundgebung war sichtbar, dass die AfD keine Probleme mit der Neonazi Szene hat. Thüringenweit bekannte Neonazis, die bei Thügida, der „Europäischen Aktion“, „Wir lieben den Saale-Holzland-Kreis“, dem „III. Weg und anderen Splitterguppen organisert sind, nahmen an der Veranstaltung offensichtlich teil. 

Provozierend bauten sie sich vor der Infokundgebung auf, filmten ohne Erlaubnis und pöbelten in Richtung der etwa 50 Demonstranten aus Kahla und Umgebung. Als Markus Gleichmann zur Erinnerung der in Kahla vertriebenen und deportierten Juden Kerzen an den erst kürzlich verlegten Stolpersteinen entzündete, löschte eine Gruppe Nazis sie mit Bier – offen und provokant. Die AfD ist der parlamentarische Arm der Nazis, das war an diesem kalten Freitagabend in Kahla für alle sichtbar. 

Was bleibt ist die Gewissheit, dass ein gemeinsames überparteiliches Einstehen für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz in Zeiten wie diesen notwendig ist.