Zur Zeit wird gefiltert nach: Landtagswahl 2014

26. August 2014 Markus Gleichmann

Kreisheimattag

Der 1. Beigeordnete des Landkreises stellt seine heimatliche Küche vor. Der Vortrag von Lars Schütze beendete diese Volkstümelei und sprach die konkrete Gefährdung der Gastronomie-Tradition an.

Am Dienstag, dem 26. August, fand erneut ein Kreisheimattag im SHK statt. Diesmal in der Gemeinde Reinstädt nahe der Stadt Kahla. Seit Jahren bin ich zu dieser Veranstaltung präsent, vor allem um Kontakte mit Heimatforschern und Vereinen aufzufrischen und neue Bekanntschaften zu schließen. Gerade hinsichtlich meiner Vereinsarbeit ist diese Vernetzung sehr wichtig. 

Leider "altert" diese Veranstaltung jedes Jahr nicht nur in der vorstehenden Zahl des Ankündigungsplakates sondern auch im Altersdurchschnitt der Teilnehmer. Die Art der Auseinandersetzung in Form von Sachvorträgen, die mehr oder minder anschaulich sind, wirkt für junge Menschen nicht sehr anziehend. 

Am interessantesten neben der Preisverleihung des Heimatpflegepreises, dessen Preisträger ich herzlich beglückwünsche, war der Vortrag des Chefs des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen. Lars Schütze berichtete in eindringlicher Weise von dem "sterben" der Gastwirtschaften im ländlichen Raum. Diese sind vor allem unter Druck geraten, da die vielen von öffentlicher Hand geförderten Dorfgemeinschafts-, Feuerwehr- und Vereinshäuser sich stark negativ auf den Umsatz auswirken. Lars Schütze führte in seinen Vortrag aus, dass zwischen 2009 und 2012 659 Gastronomiebetriebe in Thüringen schließen mussten. Dies wirkt sich leider auch auf die Attraktivität von Dörfern und des gesamten ländlichen Raumes aus. 

Dieses Beispiel zeigt erneut, dass die Fördermittelstrategie der CDU in den vergangenen 24 Jahren manchmal etwas zu kurz gedacht war. Natürlich ist es für jedes Dorf schön, einen Raum oder einen Saal zu haben in denen Veranstaltungen stattfinden können. Synergieeffekte mit der lokalen Gastronmiewirtschaft wurden leider nicht gesucht. Auch wurden teilweise viel zu große Objekte in die Gemeinden gebaut (siehe Klubhaus Crossen an der Elster). 

Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wir müssen die Attraktivität des ländlichen Raumes für junge Menschen wieder fördern, ansonsten stehen die Gemeinschaftshäuser und auch die Feuerwehren irgendwann leer, wie es in einigen Gemeinden schon der Fall ist.